HERCULES - EINE MARKE MIT GESCHICHTE

1886 IM KOPF: EIN FAHRRAD
Firmenvater Carl Marschütz hatte eine Vision: das Zweirad für alle. Um dieses Ziel zu verwirklichen gründet er mit 22 Jahren am 05. April 1886 die Velocipedfabrik Marschütz & Co in Nürnberg. Die erste Fahrradfabrik Nürnbergs, die zweitälteste ganz Deutschlands. Die damals schon für ihre Qualität gelobten Marschütz-Räder werden von der Bevölkerung Hercules genannt - weil sie stark, widerstandsfähig und zuverlässig sind wie der Held der griechischen Mythologie. Zu Beginn baute er mit 10 Arbeitern Fahrräder, von denen gleich im ersten Jahr 100 geliefert wurden. Ein Jahr später waren es schon 186 und 1888 stieg die Produktion auf stolze 400 Räder.
 
1896 ETWAS FÜR GANZ FEINE LEUTE
Die Firma hat 250 Mitarbeiter, 120 Fertigungsmaschinen und produziert 6500 Räder. Radfahren zu der Zeit, da das Niederrad aufkommt - das ist eine Sache! Nicht jeder kann sich diesen Luxus leisten. Um 1900 kostet ein gutes Fahrrad gut seine 170 Mark. Ein Arbeiter verdient 16 bis 20 Mark - in der Woche! Er müsste volle zehn Wochen arbeiten, um sich ein Fahrrad kaufen zu können - 420 Arbeitsstunden.
 
1898 VOM ISOLIERROHR BIS ZUM LASTWAGEN
Die im Fahrradbau gesammelten Erfahrungen werden in einer Abteilung Isoliermaterial ausgewertet, die vor allem Isolierrohre und Verteilerdosen für elektrische Leitungen produziert und dabei neue Wege geht. Es entstand das erste Vierradfahrzeug, eine viersitzige Elektro-Chaise, die mit Schlauchreifen und Speichenrädern ausgestattet, 40 Stundenkilometer erreicht und deren Akkumulatoren für 40 Kilometer ausreichten.
 
1904 DER START IN EINE NEUE BEWEGUNG
Ja, und dann kam das Motorrad. Natürlich konnte Marschütz an dieser neuen Idee nicht vorübergehen und bastelte an so einem hochmodernen Gefährt. Im Jahr 1904 war es soweit, dass Hercules seinen ersten Prototypen vorstellen konnte. Dieses Hercules- Motorrad war mit einem belgischen FN-Motor ausgerüstet, hatte eine Leistung von 4,5 PS, Magnetzündung, Spritzvergaser und Keilriemenantrieb. Ab 1905 wurden Motorräder in Nürnberg serienmäßig gebaut.
 
1938 DURCH SCHWIERIGKEITEN ZUM ERFOLG
Über die Jahre folgt eine Vielzahl von Innovationen, die den Zweirad-Boom der damaligen Zeit noch mehr beflügeln. 1938 gab es bei Fichtel & Sachs einen neuen Motoren-Schlager: die Saxonette. Das war ein nur 60 cm³ großer 2-Takt-Motor, der zusammen mit der Torpedo-Freilaufnabe in das Hinterrad eines normalen Fahrrades integriert war. Die Leistung der Saxonette betrug 1,2 PS, was für ein Tempo von 30 km/h reichte. Auch die unumgängliche Kupplung war in diesen „Naben-Motor" mit eingebaut und überdies lieferte die Zünd-Lichtanlage auch genügend Strom für die Fahrradbeleuchtung.
 
1957 AUFSTIEG AUS DER VERWÜSTUNG
Der Zweite Weltkrieg bereitet dem Erfolg ein Ende und der jüdische Firmenchef Marschütz muss ins amerikanische Exil fliehen. Am Ende des Krieges waren die Hercules Werke zu 75% vernichtet, bombardiert, ausgebrannt und ausgeplündert. Der Wiederaufbau begann mit 30 Mitarbeitern. In den goldenen 50ern gab es für das Zweirad in Deutschland einen ausgesprochenen Boom. Modell um Modell kam auf den Markt. Neben einem kompletten Fahrradprogramm, gab es auch die Hercules K100, ein Leichtmotorrad mit 110 ccm Sachs-Motor, das ganz wesentlich zur Weiterentwicklung der Hercules-Werke beitrug.
 
1973 DER GERÄUSCHLOSE FORTSCHRITT
Damals bereiteten Motorräder der deutschen Industrie Sorgen - die Japaner machten insbesondere wegen der Lohnkostenvorteile und des eigenen großen Heimatmarktes, das Rennen. Die Antwort auf die Ölkrise: Das Hercules E1. Zwischen 1973 und 1977 wurde es mehrere tausend Mal verkauft. Somit hat Hercules den Elektroantrieb als die für die Mobilität in der Stadt am besten geeignete Antriebsform entdeckt. 1974 beschäftigen die Hercules-Werke rund 1500 Arbeiter und Angestellte und produzieren rund 230.000 Fahrräder und 100.000 motorisierte Einheiten.
 
1985 KEIN WUNDER SONDERN ARBEIT
Eine echte Weltneuheit mit revolutionärem Design. Dieses Modell hatte schon eine in den Gepäckträger integrierte Batterie und einen Nabenmotor mit Scheibenbremse, obwohl diese damals an Fahrrädern noch nicht erfunden war. Gebaut wurden 20 Prototypen für Test und Marktanalysen, da es in den 80er noch keine gesetzliche Basis gab ein Pedelec zu verkaufen.
 
1990 MIT ENTWICKLUNGEN ZUM ERFOLG
Das Hercules Electra war das erste in Deutschland als Leichtmofa zugelassene Fahrzeug. Über zehn Jahre mit leichten Variationen gebaut und rund 19.000 mal verkauft. Es erfreute sich großer Beliebtheit - viele dieser Fahrzeuge fahren heute noch!
 
HERCULES 125 JAHRE
Heute ist Hercules eine der bekanntesten und beliebtesten Fahrradmarken auf dem deutschen Markt. Hercules Fahrräder sind wie gemacht für die Bedürfnisse moderner, mobiler Menschen. Denn auch wenn wir bald 125 Jahre alt sind, sind wir so jung und aktiv geblieben, wie diejenigen, die auf einem Hercules unterwegs sind.
 
2012 SPORT PRO - DIE ZUKUNKFT
Der Ausblick auf 2012 zeigt, dass Pedelecs auch sehr sportlich sein können. Neuste Entwicklungen, wie die gerade, kastenförmige Li-Ionen Batterie im Unterrohr aus dem Hause Accell, machen solch ein Modell erst möglich. Reinster Fahrspaß!